Dr. med. Reinhard Stöhring
Kardiologe
Dr. med. Martina Werle
Kardiologin

Wichtige Untersuchungsmethoden in der Angiologie

1. Anamnese (Krankengeschichte)

Bei der Anamneseerhebung werden vom Arzt Art, Beginn und Verlauf der aktuellen Beschwerden erfragt. Darüber hinaus sind weitere Erkrankungen, auch aus der Vergangenheit, von Bedeutung. Ebenso spielen auch in der Angiologie die bekannten Risikofaktoren eine wichtige Rolle.

2. Körperliche Untersuchung

Bei der körperlichen Untersuchung in der Angiologie stehen äußerlich sichtbare Gefäßveränderungen sowie charakteristische Merkmale des Pulses an verschiedenen Körperstellen (z.B. Hals, Unterbauch, Leiste oder Füsse) im Vordergrund.Häufig lassen sich mit dieser relativ einfachen Untersuchungsmethode schon richtungsweisende Befunde erheben

3. Farbkodierte Duplexsonographie der Gefäße

Die farbcodierte Duplexsonographie ist ein relativ neues Untersuchungsverfahren, bei dem Arterien und Venen mit Hilfe von Ultraschallwellen bildlich dargestellt werden. Spezielle Techniken ermöglichen die farbliche Wiedergabe des Blutflusses sowie die Bestimmung der Blutflußgeschwindigkeit in verschiedenen Gefäßabschnitten. Auf diese Weise können Wandveränderungen und Gefäßverengungen qualitativ erkannt und ihr Ausmaß quantitativ ermittelt werden. Auch Gefäßverschlüsse und –anomalien lassen sich so darstellen.Mit sogenannten Schallköpfen können dabei fast alle Gefäße „abgefahren“ werden. Die Methode liefert zuverlässige Informationen über die Durchblutungsverhältnisse der untersuchten Organe. Sie führt zu keiner Belastung oder Schädigung des Patienten und ist beliebig oft wiederholbar.

Einige standardisierte Untersuchungsverfahren möchten wir Ihnen im Folgenden näher erklären:

3a. Duplexsonographie der extracraniellen Hirngefäße

Bei der Untersuchung der extracraniellen Hirngefäße werden die zum Kopf und zum Gehirn führenden Arterien am Hals untersucht. Man erhält somit eine Aussage über die Durchblutungssituation des Kopfes. Durch die oberflächliche Lage der Gefäße gewinnt man qualitativ gute Bilder. Engstellen (Stenosen) oder Verschlüße der relativ großkalibrigen Arteria carotis (Halsschlagader) sind häufig Ursache für einen Schlaganfall des Großhirnes. Erkrankungen der relativ kleinen Vertebralarterien (in der Halswirbelsäule verlaufend) können z.B. Schwindel oder einen Schlaganfall des Kleinhirnes und des empfindlichen Hirnstammes verursachen. Insgesamt werden bei dieser Untersuchung 10 wichtige Gefäße im Halsbereich überprüft.

3b. Duplexsonographie der Becken- Beinarterien

Bei der farbkodierten Duplexsonographie der Becken– und Beinarterien werden die Gefäße vom Becken bis zum Unterschenkel auf beiden Seiten mit dem Schallkopf „abgefahren“. Auf diese Weise ist eine zuverlässige Aussage über die Durchblutungsverhältnisse der Beine möglich. Lokalisation und Ausmaß von Verkalkungen oder Engstellen bzw. Verschlüssen können genau angegeben werden. Für eventuell notwendig werdende chirurgische Maßnahmen ist die Duplexsonographie zur Diagnosestellung oftmals ausreichend, d.h., auf zusätzliche Katheteruntersuchungen kann verzichtet werden. Die Blutdruckmessung an den Knöcheln („Verschlußdruckmessung“) gibt Auskunft über die Durchblutungsverhältnisse der Unterschenkel.

3c. Duplexsonographie der Nierenarterien

Die Farbduplexsonographie der Nierenarterien ist sinnvoll bei der Ursachensuche einer arteriellen Hypertonie (Bluthochdruck). In seltenen Fällen liegt dem Bluthochdruck eine Engstelle einer oder beider Nierenarterien zu Grunde, die einer Ballondehnung zugänglich ist und damit eine ursächliche Behandlung erlaubt.

3d. Duplexsonographie der Venen

Mit der Farbduplexsonographie der Venen läßt sich einfach und schnell eine Venenthrombose mit hoher Treffsicherheit ausschließen bzw. nachweisen. Eine Röntgen-Kontrastmitteluntersuchung der Venen (Phlebographie) läßt sich so in vielen Fällen umgehen.

4. Digitale Subtraktionsangiographie (DSA) bestimmter Gefäßregionen

Die digitale Subtraktionsangiographie ist eine Röntgenuntersuchung, bei der Kontrastmittel über einen kleinen Katheter in die Gefäße eingebracht wird. Der Fluss des Kontrastmittels in den Gefäßen wird durch spezielle, computergesteuerte Rechenoperationen ( = digitale Subtraktion) auf einem Bildschirm und auf Röntgenbildern sichtbar gemacht. Wie bei der Duplexsonographie lassen sich damit krankhafte Gefäßveränderungen wie Engstellen, Verschlüsse und Erweiterungen darstellen und therapeutische Konsequenzen ableiten. So können z.B. in vielen Fällen Engstellen mit einem Ballonkatheter aufgedehnt werden, wodurch eine Linderung oder Beseitigung der Beschwerden erreicht wird.

5. Magnet-Resonanz-Angiographie (MR-Angio) bestimmer Gefäßregionen

Die Magnet-Resonanz-Angiographie ist eine relativ neuartige Untersuchungsmethode, die am ehesten mit der Computertomographie zu vergleichen ist, im Unterschied dazu aber zu keiner Strahlenbelastung führt. Sie dient ebenfalls der Diagnostik von Gefäßveränderungen, wird darüber hinaus jedoch bevorzugt bei angeborenen Fehlern eingesetzt.

6. Angiologische Labordiagnostik

Spezielle Laboruntersuchungen sind u.a. erforderlich bei der Diagnostik von entzündlichen oder rheumatischen Gefäßerkrankungen (z.B. Kollagenosen) und von angeborenen Gerinnungsdefekten (z.B. Thrombophilie). Aber auch bei der Diagnostik von Thrombosen und Lungenembolien haben sie mittlerweile ihren festen Platz (z.B. D-Dimere).

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