Dr. med. Reinhard Stöhring
Kardiologe
Dr. med. Martina Werle
Kardiologin

Fragen und Antworten zum Bluthochdruck

Woran merke ich, ob ich zu hohen Blutdruck habe?

Meist verursacht Bluthochdruck über lange Zeit kaum Beschwerden. Das ist gefährlich! Im Gegenteil: Während ein zu niedriger Blutdruck schlapp macht, fühlen sich viele Hochdruckpatienten wach und fit. Als Beschwerden können Schwindelgefühle, Kopfschmerzen, Kurzatmigkeit oder Nervosität auftreten.

Ab wann ist mein Blutdruck erhöht?

Der Blutdruck wird in Millimeter Quecksilbersäule (mmHg) gemessen. Ab Werten von über 140 mmHg (oberer Wert) bzw. über 90 mmHg (unterer Wert) spricht man von leichtem Bluthochdruck, der bereits behandelt werden sollte. Bei Werten von mehr als 180/105 mmHg liegt eine schwere Hypertonie vor.

Ob Sie Bluthochdruck haben oder nicht, können Sie ganz leicht anhand der folgenden Tabelle erkennen:

Einteilung

systolischer Wert (mmHg)

diastolischer Wert (mmHg)

optimal

<120

<80

normal

<130

<85

hochnormal

130-139

85-89

leichte Hypertonie (Schweregrad I)

140-149

90-99

mittelschwere Hypertonie (Schweregrad II)

160-179

100-109

schwere Hypertonie (Schweregrad III)

>180

>110

Was bedeutet "oberer Wert" und "unterer Wert"?

Der obere Wert wird gemessen, wenn die linke Herzkammer mit Blut gefüllt ist und der Herzmuskel Druck aufbaut, um das Blut in die Gefäße auszutreiben. Der untere, diastolische Blutdruckwert wird gemessen, wenn das Blut wieder ungehindert durch die Armschlagader fließt.

Wer sollte seinen Blutdruck messen lassen?

Grundsätzlich sollte jeder seinen Blutdruck gelegentlich messen lassen. Besonders wichtig ist es allerdings bei über 45-Jährigen, Übergewichtigen und Patienten mit anderen Risikofaktoren wie Diabetes mellitus oder Fettstoffwechselstörungen. Auch Menschen, deren Eltern und/ oder Geschwister unter Bluthochdruck leiden, haben ein erhöhtes Risiko für Bluthochdruck.

Welche Ursachen gibt es für Bluthochdruck?

In 90 bis 95 Prozent der Fälle lässt sich keine eindeutige Ursache feststellen. Dann spricht man von essentiellem Bluthochdruck. Vermutlich spielen genetische Faktoren ebenso eine Rolle wie ein ungesunder Lebensstil. So erhöht Übergewicht ebenso den Blutdruck wie Stress, Schlafmangel oder Alkoholkonsum. Bei fünf bis zehn Prozent der Erkrankten kann ein konkreter Auslöser festgestellt werden, zum Beispiel Verengungen der Nierenarterien, hormonelle Störungen oder die Einnahme von Medikamenten.

Zusammenfassung von Ursachen für Bluthochdruck

  • Übergewicht
  • zu hohe Kochsalzaufnahme
  • übermäßiger Konsum von Kaffee und schwarzem Tee
  • übermäßiger Alkoholkonsum
  • zu viel Stress
  • Rauchen
  • hormonelle Störungen
  • Nebenwirkungen von Medikamenten
  • Nierenerkrankungen

Wann sollte man seinen Blutdruck am besten messen?

Wer seinen Blutdruck selber misst, sollte dies möglichst unter gleichbleibenden Bedingungen tun. Am besten ist es, wenn Sie am Morgen nach dem Aufstehen vor dem Frühstück messen. Wichtig ist, dass Sie sich den Umgang mit dem Gerät von Ihrem Arzt erklären lassen und die Werte ab und zu mit einer Messung beim Arzt oder in der Apotheke vergleichen.

Kann ich Bluthochdruck vorbeugen?

Ja, und zwar durch eine gesunde Lebensweise. Vermeiden Sie Übergewicht, Stress und zu viel Alkohol. Ausreichend Schlaf und regelmäßige Bewegung, vor allem Ausdauersport, beeinflussen den Blutdruck ebenfalls positiv. Auch eine kochsalzarme Ernährung senkt bei manchen Menschen den Blutdruck.

Wie wichtig ist eine salzarme Ernährung?

Für einige Menschen sehr wichtig. Allerdings sind nicht alle Menschen salzsensitiv. Das bedeutet, dass sich der Blutdruck bei vielen Menschen nicht durch die Salzmenge beeinflussen lässt. Ein Test auf Salzsensitivität ist jedoch nicht leicht durchzuführen. Daher gilt die Empfehlung, mit Salz sparsam umzugehen, zunächst für jeden.

Wie wird Bluthochdruck behandelt?

Leichter Bluthochdruck lässt sich oft schon durch eine gesunde Lebensweise senken, bei Übergewichtigen beispielsweise durch eine Gewichtsabnahme. In vielen Fällen ist jedoch eine medikamentöse Behandlung nötig.

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Hypertonie und Prävention

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