Dr. med. Reinhard Stöhring
Kardiologe
Dr. med. Martina Werle
Kardiologin

Neue Studien über Risikofaktoren

1. Herzfrequenz („der Puls“)

Die Herzfrequenz gibt Hinweise für das Risiko von Herz- und Gefäßkrankheiten. Insbesondere bei Patienten mit Herzmuskelschwäche und möglicherweise auch mit Durchblutungsstörungen des Herzens (KHK = koronare Herzkrankheit) ist ein erhöhter Ruhepuls als unabhängiger Risikofaktor anzusehen.

Neueste Studien weisen darauf hin, dass die Herzfrequenz selbst direkte Wirkungen auf das Herz-Kreislaufsystem ausübt. Weiterhin konnte bei Patienten mit Herzmuskelschwäche gezeigt werden, dass mit modernen Medikamenten (z.B. Ivabradin), die zusätzlich zur Standardtherapie gegeben wurden, die Häufigkeit von Klinikeinweisungen aufgrund einer Verschlechterung des Befindens reduziert werden konnte. Gleichzeitig konnte die Anzahl von Todesfällen infolge der Herzmuskelschwäche gesenkt werden.

Die Daten der Studien zeigen, dass bei diesen Patienten mit einem Ruhepuls von mehr als 70 Schlägen pro Minute ein erhöhtes Risiko vorliegt.

Quelle: F.Custodis, J.-C. Reil, U. Laufs, M. Böhm, Internist 2012, 53:6-13

2. Salzkonsum

Ein langfristig erhöhter Salzkonsum erhöht die Gefahr von Bluthochdruck mit allen bekannten Folgen wie z.B. Schlaganfall, Herz- und Nierenerkrankungen. Er beschleunigt die Entwicklung einer Gefäßsteifigkeit, die wiederum die Pumparbeit des Herzens erhöht und die Durchblutung des Herzens selbst verschlechtert. Hierdurch kann die Entwicklung einer Herzmuskelschwäche begünstigt werden.

Eine Blutdrucksenkung durch Salzreduktion ist durch zahlreiche Studien sehr gut belegt. In Langzeitstudien konnte auch eine Reduktion von Erkrankungshäufigkeit und Todesfällen bei Herz- und Gefäßkrankheiten gezeigt werden.

Die Empfehlung zur Salzreduktion wird von der Empfehlung zur Erhöhung der Kaliumaufnahme begleitet. Patienten mit Bluthochdruck sollten die Zufuhr von Kochsalz auf ca. 5g täglich beschränken. Das entspricht etwa einem gestrichenen Teelöffel. Der Kochsalzkonsum in Deutschland und anderen westlichen Ländern beträgt durchschnittlich 10-12g pro Tag!

Quelle: M. Middeke, Internist 2012, 53:14-19

3. Körperliche Aktivität

Bewegungsmangel gilt als bedeutender Risikofaktor für Herz- und Gefäßerkrankungen. Regelmäßige körperliche Aktivität und Bewegung führen zu Anpassungen in der Muskulatur, an Herz und Kreislauf sowie im Stoffwechselgeschehen.

Im Rahmen der Primärprävention, d.h., bei Gesunden, sinkt durch körperliche Aktivität die Gesamtsterblichkeit um 22-34% und die Sterblichkeit aufgrund von Herz- und Gefäßkrankheiten um 27-35%! Diese Daten stammen aus zahlreichen wissenschaftlichen Studien mit insgesamt ca. 800 000 Probanden.

Analysen ergaben außerdem eine bessere Wirkung bei Älteren im Vergleich zu Jüngeren und ebenfalls bei Frauen im Vergleich zu Männern.

Gleichzeitig erfolgten eine Steigerung der Leistungsfähigkeit (Fitness) sowie eine krankheitsbezogene Abnahme der Symptomatik. Dies gilt insbesondere für Durchblutungsstörungen des Herzens (KHK = koronare Herzkrankheit), die Herzmuskelschwäche und den Bluthochdruck. Weitere überzeugende Daten liegen für das Auftreten von Schlaganfällen vor, für das Auftreten und die Entwicklung einer Demenz sowie für die periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK oder „Schaufensterkrankheit“).

  • Ihr Herz tut alles für Sie – was tun Sie für Ihr Herz?
  • Selbst ein wenig körperliche Aktivität ist besser als gar nichts.
    Wenig ist gut, mehr ist besser!
  • Egal was Sie tun, fangen Sie an!
  • Und: Die blutdrucksenkende Wirkung eines Trainings ist so ausgeprägt wie die einer medikamentösen Therapie mit einem Medikament!

Wir beraten Sie gern!

Trainingsempfehlung zur Prävention (Vorbeugung) bei Gesunden

 
Art des Trainings Walking, Jogging, Radfahren
Häufigkeit 5 x pro Woche moderates Training
3 x pro Woche intensives Training
Intensität moderat: 45-65% der max. Herzfrequenz
intensiv: 65-85% der max. Herzfrequenz
Dauer moderat: 30 Minuten und mehr
intensiv: 20 Minuten und mehr
Verlauf Dauer und Intensität steigern in Wochen und Monaten

Quelle: H. Löllgen, D. Löllgen, Internist 2012, 53:20-20

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Dr. med. Reinhard Stöhring
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