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Poeten und Dichter über das Herz

Das Herz hat seit Menschengedenken einen besonderen Platz im Leben. Schon in den Hochkulturen Vorderasiens und Ägyptens sah man im Herzen den Ursprung und Anfang des Lebens, das „zuerst Lebende und zuletzt Sterbende im Körper“. Es galt als Sitz der Seele, als Zentrum von Mut und Lebenskraft, der Gefühle und der Liebe. Lange Zeit diente es Sängern und Dichtern, Bildhauern und Malern als emotionales Wahrzeichen.

Auch viele Volksweisheiten und Redewendungen verwenden das Herz, um Lebenserfahrungen, typische Stimmungen und Eigenschaften treffend und einfach zum Ausdruck zu bringen. Die folgende Auswahl wird Sie zum Schmunzeln bringen.

Rede an mein Herz

Mein liebes Herz, ich rede jetzt
ein ernstes Wort mit dir:
das kannst du mit mir nicht machen,
schlagen wie du willst und mir Angst einjagen.

Was glaubst du, wer du bist?
Ein Sack, jawohl, faustgroß,
vier Kammern, Klappen, fertig.
Aufführen tust du dich wie eine Primadonna mit Allüren.

Ich weiß, wer schuld dran ist:
Poeten haben es dir angedichtet,
immer wenn es heikel wird,
mußt du herhalten, die Begleitmusik zu schlagen,
vornehmlich im Verein mit Nachtigallen.

Tu was du nicht lassen kannst:
pumpe! Aber bitte halt‘ dich raus
aus meinen
Herzensangelegenheiten!

(Kopie aus: Eva Zeller, Stellprobe. Gedichte. Stuttgart. Deutsche Verlags-Anstalt 1989)

Mein Herz gleicht ganz dem Meere,
hat Sturm und Ebb‘ und Flut,
und manche schöne Perle
in seiner Tiefe ruht. (Heinrich Heine)

Herz, wie bist du wundgerissen,
Und wie selig, blind zu wühlen,
Nicht zu denken, nicht zu wissen,
Nur zu fühlen, nur zu fühlen! (Hermann Hesse)

Ach, daß wir doch dem reinen stillen Wink
des Herzens nachzugehen so sehr verlernen!
Ganz leise spricht ein Gott in unserer Brust;
ganz leise, ganz vernehmlich, zeigt uns an,
was zu ergreifen ist und was zu fliehn. (J. W. Goethe)

Etwas wünschen und verlangen,
etwas hoffen muß das Herz,
etwas zu verlieren bangen
und um etwas fühlen Schmerz. (Friedrich Rückert)

Das Herz nimmt keine Gründe an
und will in diesem wie in anderen Stücken
seine Unabhängigkeit von dem Verstande behaupten.
Man kann es tyrannisieren, aber nicht bezwingen. (G.E. Lessing)

Hast du Verstand und ein Herz,
so zeige nur eines von beiden;
beides verdammen sie dir, zeigst du beides zugleich. (Friedrich Hölderlin)

Das Herz ist geschaffen zu lieben und zu hassen,
sich zu freuen und zu leiden, zu jubeln und zu klagen.
Wenn es sich aber müht zu verstehen – was allein dem
Geiste zukommt, so versündigt es sich gegen seine Natur;
und wenn es endlich zu verstehen glaubt,
belügt es sich immer nur selbst,
und daran geht es zugrunde. (Arthur Schnitzler)

Das Herz

Leicht fiel‘ das Herz uns in die Hosen,
würd‘ es nicht auf‘s Zwerchfell stoßen.
Gefährlich, gar in unsern Tagen,
ist’s auf der Zunge es zu tragen!
Man lasse es noch bestenfalls,
aus Angst wohl klopfen bis zum Hals.
Und nehm‘s, wenn man das nötig fände,
mit Vorsicht fest in beide Hände!
Doch hat dies alles wenig Zweck:
Man läßt es besser auf dem rechten Fleck!

Herz und Sprache


Volksweisheiten über das Herz


Die Bibel und das Herz

Auch in der Bibel findet man das Herzsymbol in vielfältigen Varianten wieder, wie die Beispiele zeigen.